Von Dinos und schiefen Türmen – und warum beides von Relevanz für unsere Projekte auf der Elbinsel ist

Wir möchten heute mit einem neuen Format starten: Der Blick hinter die Kulissen. Die Vielfalt an Berufszweigen, die bei uns zusammenwirken, ist riesig. Wir möchten Sie mitnehmen, was erforderlich ist, um unsere Projekte zum Leben zu erwecken und die Brücken auf der Elbinsel in ihrer vollumfänglichen Komplexität umsetzen zu können. Lernen Sie mit uns ab jetzt jeden Monat einen weiteren essenziellen Bestandteil der Mannschaft kennen, die hinter den Projekten auf der Elbinsel steht.

Wir starten mit unserer Expertin und unserem Experten für den Baugrund: Jana Fischer und Martin Busch.

Martin, was macht dieses Aufgabengebiet so wichtig für unsere Projekte?

Man muss sich nur mal eines der bekanntesten Bauwerke der Welt angucken: Der schiefe Turm von Pisa ist zwar eine Touristenattraktion, geplant war er so aber nicht. Unsere Expertise sorgt dafür, dass unsere Brücken nicht nach ein paar Jahren auf einmal langsam Richtung Wasser kippen.

Wow, das war eindrücklich! Könnt ihr mir einen Einblick geben, welche Aufgaben in euren Bereich fallen?

Jana: Unser Hauptgeschäft ist das Managen: Wir planen, koordinieren und überprüfen die Arbeiten unserer Auftragnehmenden.

Diese Arbeiten umfassen zum Beispiel Baugrunderkundungen, Pfahlprobebelastungen, Kampfmittelsondierungen und die geotechnische Fachplanung von Fundamenten, Baugruben und anderen Tiefbauarbeiten.

Ok, für mich als Nicht-Technikerin: Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen und wie helfen sie uns, nicht zur schiefen Brücke von Hamburg zu werden?

Martin: Der schiefe Turm ist hängen geblieben, oder? 😊 Bei den Baugrunderkundungen geht es vor allem darum, herauszufinden, um was für eine Art von Boden es sich handelt: Wie ist er aufgebaut, wie verhält er sich, was kann er tragen. Alle Böden sind unterschiedlich und es muss geguckt werden, wie sich die Bodenbeschaffenheit auf die Bauarbeiten und die Brücken auswirken kann, damit es später keine bösen Überraschungen gibt.

Hierzu werden als erstes Probebohrungen vorgenommen, um die Bodenschichtung zu erkunden und das Material im Labor zu analysieren. So werden die mechanischen Eigenschaften des Baugrunds ermittelt. Das kann durch Feldversuche ergänzt werden, aktuell lassen wir zum Beispiel Pfahlprobebelastungen ausführen, heißt: es werden Pfähle in den Boden gebohrt, die mit Sensoren versehen sind und unter Last gesetzt werden. So lässt sich die Tragfähigkeit des Bodens verifizieren.

Viele können sich sicher etwas unter Kampfmittelsondierungen vorstellen: Hierbei wird das Projektgebiet weit vor der Hauptbaumaßnahme abgesucht, um nicht während der Bauarbeiten später auf Bomben aus dem zweiten Weltkrieg zu stoßen.

Jana, wie bist du zum Baugrund gekommen?

Bei mir war es, um ehrlich zu sein, Zufall. Ich saß in Barcelona bei meinem Master in Geophysik und Reservoirgeologie. In der Zeit überlegt man natürlich, wie man sein Wissen sinnvoll einsetzen könnte. Von Bekannten habe ich dann gehört, dass die DB ein guter Arbeitgeber mit spannenden Projekten ist. Also habe ich nach Jobs geguckt, und die erste Stellenausschreibung, die ich gelesen und auf die ich mich beworben habe, war die für meine jetzige Position. Die DB hat sich sehr schnell gemeldet, und ja, es hat geklappt.

Und wie war das bei dir, Martin?

Seit meiner Kindheit begleiten mich die Liebe zur Eisenbahn und zum Draußensein. So habe ich zunächst eine Ausbildung zum Lokführer gemacht. Während der Ausbildung trat die Leidenschaft für die Naturwissenschaften immer mehr in den Vordergrund. Da Mathe aber definitiv nicht meine Leidenschaft ist, habe ich mich schlau gemacht und bin auf die Geowissenschaften gestoßen. Hier habe ich die perfekte Kombination: wenig Mathe und viel frische Luft.

Zunächst habe ich dann als geotechnischer Gutachter bei einem Ingenieurbüro gearbeitet und bin dann zur DB gewechselt. So schließt sich dann auch wieder der Kreis zur Eisenbahnliebe.

Was begeistert euch an eurem Aufgabengebiet?

Jana: Wir sind viel draußen, können jederzeit auf die Baustelle. Letztes Jahr hatten wir die Aufgabe, Wasserbohrungen zu begleiten. Wir sind bei bestem Wetter mit einem Schiff zu einer Plattform in der Norderelbe gefahren und haben dort die Wasserbohrung beaufsichtigt und dokumentiert, während unsere Kolleg:innen sehr wahrscheinlich im Büro am Schreibtisch saßen. 😊

Martin: War der schiefe Turm nicht schon gut genug? Im Ernst, ich glaube, uns beschreibt das folgende Zitat am besten: „Geowissenschaftler sind die, die nie aus ihrer Dinophase rausgekommen sind“, wir haben immer noch die Gelegenheit, draußen rumzulaufen und die Welt zu erkunden. Was gibt es Besseres?

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