Zwischen Baustelle und Verkehrsfluss

Wie bleibt der Verkehr im Fluss, wenn mitten in bestehende Infrastruktur eingegriffen wird? Bei der Erneuerung der Elbbrücken spielt die Verkehrsplanung eine zentrale Rolle: Straßen, Radwege und Bushaltestellen müssen weiter reibungslos genutzt werden können – bei möglichst geringen Einschränkungen.

Unsere Kollegin Julia gibt Einblicke in ihre Arbeit zwischen Baustelle und Verkehrsfluss und zeigt, warum enge Abstimmung, vorausschauende Planung und viele Perspektiven nötig sind, damit am Ende alles zusammenpasst.

Wenn du jemandem erklären müsstest, was du machst: Wie würdest du deinen Job in einem Satz beschreiben?

Schwierig (lacht). Aber im Grunde bin ich Teil des Projektteams, das die Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur an den Elbbrücken verantwortet.

Die Elbbrücken sind für viele ein Begriff. Und mein Bereich ist ein Teilprojekt innerhalb dieses großen Gesamtvorhabens. Hauptsächlich befasse ich mich mit der Verkehrsplanung. Durch unsere Baustelle greifen wir in öffentliche Wege ein – was Auswirkungen auf unter anderem Straßen, Radwege oder Bushaltestellen haben kann.

Also kümmerst du dich um die Verkehrsplanung abseits der Schienen?

Genau, ausschließlich. Dafür stimmen wir uns mit vielen Akteuren ab: mit der Stadt, den Bezirken, der Polizei oder auch der Autobahn GmbH. Diese Abstimmungen sind sehr wichtig, um parallele Baumaßnahmen zu identifizieren und sicherzustellen, ob unsere Planung so umsetzbar ist, wie wir sie vorgesehen haben.

Ein Beispiel aus dem Bereich Süderelbe: Dort gibt es nicht nur die Strombrücke (über Wasser), sondern die nördlich und südlich angrenzenden Eisenbahnüberführungen König-Georg-Deich und Neuländer Hauptdeich die ebenfalls von unserer Baustelle betroffen sein werden. Für die Umfahrung des Zugverkehrs müssen dort Standbeine einer zusätzlichen Brücke errichtet werden – das hat wiederum direkte Auswirkungen auf den Straßenraum, der entsprechend angepasst werden muss.

Verkehr ist für viele im Alltag ein ziemliches Ärgernis – was fasziniert dich daran beruflich?

In meinem letzten Studienjahr hatte ich ein Modul zum Thema Verkehr, welches ich super interessant fand. Deshalb kam es ganz gelegen, dass das Thema im Projekt kurz nach meinem Start bei der Deutschen Bahn relevant wurde und ich direkt damit einsteigen durfte. Man lernt, komplexe Sachverhalt zu strukturieren. Anfangs wirkt alles wie „eine große Baustelle“, wo viele andere Themen im Vordergrund stehen. Aber auch die Verkehrsplanung beeinflusst den Projektverlauf stark. Man ist im stetigen Austausch mit vielen Akteuren und erhält ständig neue Impulse und Perspektiven.

Hast du innerhalb deiner Arbeit Gestaltungsspielraum?

Ein Stück weit ja. Gemeinsam mit unserem Planungsbüro überlegen wir, welche Umfahrungen durch beispielsweise Straßenvollsperrungen sinnvoll sind und wie wir Eingriffe in den öffentlichen Raum so gering wie möglich gestalten. Anschließend müssen wir unsere Überlegungen gegenüber den Behörden begründen und darlegen, dass wir alle relevanten Aspekte mitbedacht haben. Oder wir erhalten Rückmeldungen/ Hinweise, falls wir etwas ergänzen sollen.

Hat sich dein eigener Blick auf Mobilität verändert, seit du an diesem Projekt arbeitest?

Definitiv – besonders, wenn ich mit meinem Fahrrad vor einer gesperrten Straße stehe. Es gibt selten eine einfache Lösung, sobald ins Straßengeschehen eingegriffen wird. Gleichzeitig entwickelt sich die Stadt stetig weiter, sodass auch externe Projekte parallel realisiert werden sowie der Projektfortschritt kontinuierlich berücksichtigt und abgefragt werden muss.

Als wir bei der Süderelbe mit der Planung begonnen haben, gab es in der Hannoverschen Straße noch eine klassische Kreuzung. Diese wurde mittlerweile zu einem Kreisel umgebaut. Durch frühzeitige Hinweise anderer Akteure konnten wir diese Änderung rechtzeitig aufnehmen und direkt in unsere Planung integrieren.

Ist das relevant für eure Planung?

Auf jeden Fall. Wir haben zu Beginn eine verkehrstechnische Untersuchung vorgenommen, um Verkehrsströme zu analysieren. Dadurch sehen wir, welche Straßen weiterhin leistungsfähig bleiben, wenn unsere Bauarbeiten einschließlich des Baustellenverkehrs zu Einschränkungen führen. Ob an einem Knotenpunkt eine Kreuzung oder ein Kreisel vorhanden ist – das kann dann schon einen Unterschied machen.

Was unterschätzen Menschen oft an Verkehrsplanung?

Ich würde vermuten, vielen ist gar nicht bewusst, wie wichtig Verkehrsplanung bei einer Brückenerneuerung wie den Elbbrücken ist. Ich musste mich selbst erstmal einarbeiten, um zu verstehen, wie viele Themen dahinterstecken (lacht).

Meine Arbeit erfordert viele Abstimmungen, aber das Positive ist – alle Beteiligten verfolgen das gleiche Ziel: einen sicheren Verkehrsfluss zu gewährleisten und die Einschränkungen für die Menschen so gering wie möglich zu halten.

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