Einschub der Hilfsbrücke am Zollkanal/Müggenburger Durchfahrt

Unser Projektleiter Hendrik Mai nimmt uns mit und schildert die Abläufe des Einschubs:

(Für einen tieferen Einblick empfehlen wir Ihnen unseren Zeitrafferfilm am Ende des Artikels)

Im Zeitraum von Freitag, 20.Mai 2022 bis Samstag, 21.Mai 2022 wurde im Zuge der Brückenerneuerung auf der Veddel unsere dritte und letzte Hilfsbrücke eingeschoben.

Wie lief das genau ab?

In Vorbereitung zur Fertigstellung und Inbetriebnahme unserer bauzeitlichen Umfahrung kam es zum Einschub unserer dritten und letzten Hilfsbrücke am Zollkanal/Müggenburger-Durchfahrt. Die Besonderheit hierbei, als Hilfsbrücke dient der bereits neu erbaute Stabbogenüberbau.

Das Einschwimmen erfolgte mit Hilfe einer Schwimmplattform, eines sogenannten Pontons. Als erstes wurde dieser zur Vormontageplattform geschleppt und positioniert. Anschließend erfolgten die Feinausrichtung und die Übernahme des Überbaus auf den Ponton. Nach Vollendung aller Vorbereitungen wurde der Überbau in Umfahrungslage eingeschwommen und auf die Lagerpressen abgesetzt, dann konnte der Ponton ausgeschwommen werden. Anschließend wurde der Überbau auf die Widerlager abgelassen. Zuletzt wurde der Ponton wieder zurück zum Anleger geschleppt. Am Freitag um 11:00 Uhr lag die Brücke an ihrem finalen Bestimmungsort, wo sie nun erst einmal bis Oktober 2023 bleiben wird.

Insgesamt haben wir für den Einbau sieben Stunden benötigt, was nur mithilfe von 15 Personen so reibungslos laufen konnte.

DB Netz AG/ Simon Redenius

 

Gab es Besonderheiten, die Sie und Ihr Team zu berücksichtigen hatten?

Wie bereits beim Einhub der Hilfsbrücke über der Harburger Chaussee im Januar erklärt, stellen die Veddeler Brücken eine Klasse für sich dar: Die Kombination aus Land- und Wasserbaustelle stellt eine absolute Besonderheit dar, die auf die Prämisse der Bahn schlechthin trifft:  Bauen mit so wenig Einschränkungen für den Verkehr wie möglich.

Für unsere Maßnahme an der Müggenburger-Durchfahrt/Zollkanal bedeutete dies kein herkömmliches Einbauen der Brücke, sondern das Einschwimmen mittels eines Pontons. Beim Einschwimmen mussten hierbei mehrere Faktoren betrachtet werden: Zum einen war das Einschwimmen an der Veddel abhängig von den Tideverhältnissen, diese sind in Hamburg großen Schwankungen ausgesetzt. Nur unter bestimmten Tidehöhen kann das Einschwimmen überhaupt erfolgen: So ist die Aufnahme der neuen Stabbogenbrücke von der Montageplattform nur während auflaufenden Wassers möglich, wohingegen das Absetzen der Stabbogenbrücke auf den Lagerpressen nur bei ablaufendem Wasser möglich ist. Des Weiteren muss die enorme Strömung berücksichtigt werden, wofür der Ponton zur Absicherung mit Spanndrähten an Festpunkten gesichert wurde.

Darüber hinaus spielt die Wetterlage eine wesentliche Rolle, insbesondere bei starkem Wind können diese arbeiten nicht durchgeführt werden – aus diesem Grund wurde unser erster Einschwimmversuch von Donnerstag auf Freitag verschoben.

Zu guter Letzt stellt das Einschwimmen bei gleichzeitigem normalem Bahnbetrieb am Nachbargleis eine Herausforderung dar – auch hier war besonderes Fingerspitzengefühl erforderlich.

DB Netz AG

 

Woher haben Sie die Hilfsbrücke eigentlich? Liegt sowas auf Lager, oder ist das eine Sonderanfertigung mit begrenzter Nutzungsdauer?

Wie zu Anfang bereits erwähnt dient als Hilfsbrücke die neu erbaute Stabbogenbrücke, die in unmittelbarer Nähe zur Umfahrungslage auf einer Montageplattform gefertigt wurde. Die Stabbogenbrücke besitzt ein Gewicht von ca. 600 Tonnen, ist ca. 13 Meter breit und 55 Meter lang. Nach Vollendung des Hilfsbrückeneinsatzes, wird sie im Oktober 2023 in eine weitere Zwischenlage versetzt. Ihren finalen Bestimmungsort wird Sie im Juli 2024 einnehmen.

DB Netz AG/Simon Redenius

 

Wie geht es weiter auf der Veddel?

Die Inbetriebnahme der bauzeitlichen Umfahrung ist für den 10.Juni 2022 geplant. Der nächste große Meilenstein im Projekt wird der Ausbau der Bestandsüberbauten über die Müggenburger Durchfahrt/Zollkanal ab Dezember 2022 sein. Im Anschluss werden die ersten neuen Brückenwiderlager errichtet. Mit dem Abschluss aller Arbeiten rechnen wir für Ende 2025.

Die Veddel macht den Anfang für die Erneuerung weiterer Eisenbahnüberführungen (EÜ) auf der Elbinsel:  Ab Ende der 2020er Jahren sollen die Erneuerungen der EÜ Peute sowie der EÜ Wilhelmsburger Reichsstraße und als Höhepunkte die beiden Herzstücke EÜ Norderelbe und EÜ Süderelbe folgen.

Weitere Einschränkungen und aktuelle Informationen zu den Projekten werden wir Ihnen immer zeitnah auf unserer Homepage bekanntgeben:

https://www.elbinselbruecken-hamburg.de/

 

Ihr Projektteam EÜ Zollkanal und EÜ Harburger Chaussee 

Hamburg, Juni 2022

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Quelle: DB AG/Thomas Herter

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