Norderelbbrücken
Die Entwürfe des Planungswettbewerbs im Überblick
100 Jahre alt und täglich im Dauereinsatz: Die Eisenbahnüberführung Norderelbe prägt das Hamburger Stadtbild und ist zugleich eine der wichtigsten Bahnverbindungen im Norden. Rund 660 Züge überqueren hier täglich die Elbe. Alle Verkehre in und aus dem Hafen sowie der überregionale Personen- und Güterverkehr sind auf diese Querung angewiesen. Eine leistungsfähige Alternative in vergleichbarer Größe gibt es im Großraum Hamburg nicht.
Die bestehenden Überbauten stammen aus dem Jahr 1920, einzelne Widerlager sogar aus dem Jahr 1870. Die Bauwerke erreichen das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer. Um diese zentrale Verkehrsverbindung langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln, haben die Deutsche Bahn und die Freie und Hansestadt Hamburg einen Planungswettbewerb für die Erneuerung der Eisenbahnüberführung ausgelobt.
Der Wettbewerb ist inzwischen abgeschlossen. Fünf Planungsteams haben ihre Konzepte eingereicht und unterschiedliche Zukunftsbilder für die Eisenbahnüberführung Norderelbe entwickelt. Das Preisgericht entschied sich einstimmig für den Entwurf der Planungsgesellschaft panta-NEY mbH. Dieser bildet die Grundlage für die weitere Planung.
Hier finden Sie die Visualisierungen und eingereichten Arbeiten aller fünf Planungsteams – vom Siegerentwurf der Planungsgesellschaft panta-NEY mbH bis zu den Konzepten der weiteren Teilnehmenden.
Die Beiträge zeigen, wie unterschiedlich die Aufgabe interpretiert wurde, welche Ideen entwickelt und welche Lösungen vorgeschlagen wurden. Sie ermöglichen einen direkten Einblick in die Konzepte und machen transparent, wie die Entscheidung des Preisgerichts zustande kam.
Worum ging es im Planungswettbewerb?
Gefordert war mehr als eine neue Brücke. Die Planungsteams sollten zwei neue zweigleisige Ersatzneubauten entwickeln, einen optimierten Bauablauf unter laufendem Bahnbetrieb darstellen und zugleich den denkmalgeschützten Bestand berücksichtigen.
Im Fokus standen außerdem:
- die Gestaltung im Einklang mit Stadtbild und bestehendem Brückenensemble
- die Prüfung von Ausbau, Sanierung oder Weiterverwendung der Bestandsbrücken
- eine mögliche Kapazitätserweiterung
- ein Bauverfahren, das Betrieb und Bau möglichst gut miteinander verbindet
Die Aufgabe war technisch anspruchsvoll und städtebaulich sensibel – mitten in einem dynamischen Entwicklungsraum mit U4-Station, Hafeninfrastruktur, S-Bahn und der Entstehung des Stadtteils Kleiner Grasbrook.
So lief das Verfahren
Im Mai 2024 wurde der Wettbewerb europaweit auf der Plattform TED veröffentlicht, im Juli startete mit dem Versand der Auslobungsunterlagen (PDF, nicht barrierefrei) die eigentliche Bearbeitungsphase. Aus allen Bewerbungen wählte die Ausloberin fünf qualifizierte Planungsteams aus, die über 21 Wochen hinweg intensiv an ihren Konzepten arbeiteten und ihre Entwürfe Ende November 2024 fristgerecht einreichten.
In einer fachlichen Vorprüfung wurden die Arbeiten umfassend analysiert und dokumentiert. Auf dieser Grundlage trat das Preisgericht am 29. Januar 2025 zusammen, verglich die Beiträge in mehreren Bewertungsrunden, diskutierte Stärken und Schwächen und wog die Konzepte sorgfältig gegeneinander ab. Am Ende stand eine einstimmige Entscheidung für den Siegerentwurf.
Zusammensetzung des Preisgerichts
Über die Zukunft der Norderelbbrücken entschied ein breit besetztes und unabhängiges Preisgericht, in dem erfahrene Ingenieurinnen und Ingenieure, Architektinnen und Architekten sowie Fachleute aus Stadtentwicklung, Politik und Verwaltung vertreten waren.
Hinzu kamen Vertreterinnen und Vertreter der Hamburger Behörden für Verkehr und Mobilitätswende, Stadtentwicklung und Wohnen, Kultur und Medien, Wirtschaft und Innovation sowie Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. Fachleute der Hamburg Port Authority, der HafenCity GmbH und der ReGe Hamburg sowie Expertinnen und Experten der DB InfraGO AG ergänzten das Gremium, sodass technische, betriebliche und städtebauliche Aspekte gleichermaßen in die Entscheidung einflossen.
Entscheidende Kriterien
Im Mittelpunkt stand nicht allein die Gestaltung der neuen Brücken, sondern die Qualität des Gesamtkonzepts. Entscheidend war, ob die Entwürfe technisch tragfähig und realistisch umsetzbar sind, wie sensibel sie mit dem denkmalgeschützten Bestand umgehen und wie sich der Bau unter laufendem Bahnbetrieb organisieren lässt.
Ebenso spielte eine Rolle, wie selbstverständlich sich die neuen Bauwerke in das Hamburger Stadtbild einfügen und ob die vorgeschlagenen Lösungen wirtschaftlich tragfähig sind. Gesucht wurde ein Entwurf, der all diese Anforderungen überzeugend miteinander verbindet.
Von der Entscheidung zur Umsetzung
Mit der einstimmigen Entscheidung des Preisgerichts war das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen. Es folgte ein mehrmonatiges Verhandlungsverfahren, das schließlich zur Vergabe führte und am 24. Februar 2026 öffentlich bekannt gemacht wurde.
Nun beginnt die Entwurfs- und Genehmigungsplanung, an die sich das Planfeststellungsverfahren und die anschließende Bauzeit anschließen. Bis zur Inbetriebnahme der neuen Brücken liegt noch ein mehrjähriger Weg vor, der Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Wie geht es weiter?
Der Siegerentwurf wird nun weiter ausgearbeitet und planerisch vertieft. In den kommenden Jahren entsteht so die Grundlage für drei neue Eisenbahnbrücken, die den Verkehr im Norden langfristig sichern und Hamburg als wichtigen Bahnknoten stärken.
Ziel ist eine Lösung, die technisch robust ist, sich selbstverständlich in das Stadtbild einfügt und die Norderelbbrücken als prägende Verbindung über die Elbe in die Zukunft führt.
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